Geschichte der SG Motor Freital

Geschichte der Sportgemeinschaft (SG) Motor Freital

Im September 1949, dem Entstehungsjahr der DDR, gründeten die ersten Sportfreunde aus dem Eisenhammerwerk Dresden-Dölzschen eine Betriebssportgemeinschaft (BSG). Obwohl dieser Betrieb auf Dresdner Flur stand, erhielt aufgrund der praktischen Nähe zu Freital der Sportverein den Namen „BSG Stahl Ost Freital“, da zudem als Trägerbetriebe noch Fördertechnik und Schokopak hinzukamen. Dies führte dann auch 1951 zur Umbenennung in BSG „Motor Ost Freital“. In der DDR geschah die Organisation und Subventionierung des Sportes bzw. der Sportvereine im Gegensatz zu den sich heutzutage selbst finanzierenden Sportvereinen durch einen Trägerbetrieb aus dessen Kultur- und Sozialfond (K&S Fond), weshalb sich der Begriff Betriebssportgemeinschaft (BSG) ergab. Der Name dieser Sportgemeinschaft wies dann auf die Branche des unterstützenden Betriebes hin. Dies bedingte durch den ersten Trägerbetrieb, dem Eisenhammer aus der Metallurgie-Branche, die erste Namensgebung Stahl und zwecks Unterscheidung zu den Edelstahlwerk-Sportlern kam es zu „Stahl Ost Freital“. Die nachfolgende Dominanz der Metallbaubetriebe bestimmte eine baldige Änderung in „Motor Ost Freital“. Im Gründungsjahr zählte die BSG 88 Mitglieder, die sich in den Sektionen Fußball, Leichtathletik, Schach, Tischtennis und Turnen sportlich betätigten. Mit der ersten Umbenennung hatte sich deren Zahl schon verdoppelt. Im Jahre 1960 wurde die Palette der Trägerbetriebe um das Pressenwerk/Plastmaschinenwerk, die Kamerawerke und den Glasmaschinenbau erweitert. Gleichzeitig trat dem Verein Motor Ost die BSG „Wismut Freital“ bei, weil deren Trägerbetrieb weggefallen war. Dies alles führte im besagten Jahr zu einer erneuten Namensänderung in BSG „Motor Freital“, der bis auf den Zusatz BSG auch noch heute besteht. Durch den Zusammenschluss mit Wismut kamen die Judosportler als besonders attraktive Sektion hinzu. Der Lauf der Zeit zeigte auch ein stetiges Kommen und Gehen, sowohl bei den Mitgliedern als auch bei den Sektionen, wobei Schach und Tischtennis nicht allzu lange bei Motor existierten. Die 60er und 70er Jahre des letzten Jahrhunderts sollten mit über 700 Mitgliedern als die Glanzzeit betrachtet werden. In bis zu acht Sektionen (Fußball, Leichtathletik, Turnen, Rugby, Federball, Judo, Popgymnastik, Wandern) konnte ausgiebig Sport getrieben werden. Das Hauptaugenmerk unseres Sportvereins war stets das Heranführen besonders von Kindern und Jugendlichen an eine sportliche Betätigung. So war es auch völlig normal, dass die besten Sportler zu Sportklubs (z. B. SC Einheit Dresden) delegiert wurden. Bei den Fußballern lag mit Stahl Freital der höherklassige Spielbetrieb direkt „vor der Haustür“. Dadurch blieben die Motor-Erfolge stets im bescheidenen Rahmen des Bezirkes Dresden, weil eben unsere Besten in den Sportklubs leistungsstärker und zielgerichteter trainieren konnten. Das markanteste Beispiel dafür dürfte unser jugendlicher Leichtathlet Klaus Neumann gewesen sein, der dann im Dreisprung für den SC Dynamo Berlin 1964 den DDR-Meistertitel und 1968 den DDR-Rekord mit 16,82 m (wäre damals sogar gesamtdeutscher Rekord gewesen) und gleichzeitig die Olympiateilnahme in Mexiko holte.

Diese stetige und gute Entwicklung wurde durch die großen Wirren und Umwälzungen der Wendezeit anfangs der 90er Jahre abrupt gestoppt. Der Wegfall der Unterstützung durch die Trägerbetriebe und die damit einhergehende nötige Selbstfinanzierung führten dazu, dass schließlich nur Fußball und Leichtathletik überlebten. Der Name änderte sich jetzt nur geringfügig: Aus BSG wurde einfach SG und am Ende ein e. V. angehängt. Gleichzeitig verbuchte Motor aber einen Gewinn durch die faktische Auflösung von Stahl Freital. Bei deren Bogenschützen, die seit 1962 in Freital organisiert waren, führte der Weg nach Abwägung aller Alternativen um 1992 zum Beitritt in den Verein SG Motor Freital.

Die Gesamtzahl der Mitglieder in unseren drei Abteilungen schwankt seit dieser Zeit um die 200, wobei etwa zwei Drittel Kinder und Jugendliche sind. Anfangs haben die Fußballer stark dominiert, momentan stellen dagegen die Leichtathleten, bei denen noch eine Volkssportgruppe existiert, und die Bogenschützen das Gros der Motor-Sportler.

Mittlerweile haben sich durch die gute Trainingsarbeit auch wieder Erfolge eingestellt. So hat die 1. Männermannschaft im Fußball den Aufstieg für die Saison 2014/2015 in die Kreisoberliga geschafft und bis 2018 durchgehend die Klasse gehalten. Die bemerkenswertesten Ergebnisse haben aber die Bogenschützen mit der Teilnahme an den Sächsischen und Deutschen Meisterschaften und dem Deutschen Meister Ralf Schützold 2009 errungen. Bei den Leichtathleten ragt die viermalige Paralympics-Teilnehmerin (2000 bis 2012) im Diskus Siena Christen deutlich heraus. Weiterhin gibt es auch regelmäßige Teilnahmen an den Regionalmeisterschaften (ehemaliger Bezirk Dresden) sowie an den Sächsischen Landesmeisterschaften mit Titelgewinnen.

Neben den aktiven Sportlern sollen an dieser Stelle auch die engagierten ehrenamtlichen Vereinsvorsitzenden genannt werden. Seit 1949 haben sie in dieser Reihenfolge das Amt ausgefüllt: Paul Jäger, Heinz Starke, Walter Hentschke, Paul Zukunft, Heinz Zeschke, Sportfreund Schulz, Herbert Pohl, Reiner Hoyer, Harald Böttger und Gerd Lotze. In diesem Zusammenhang dürfen auch besonders verdienstvolle Funktionäre wie bei den Leichtathleten Alfred Träber oder bei den Bogenschützen Heinz Käfer genannt werden. Weiterhin ist zu erwähnen, dass das Überleben unseres Vereines durch die Wendewirren im Wesentlichen Dietmar Hofmann zu danken ist.

70 Jahre hat der Sportverein stets zum Wohle der Sporttreibenden gewirkt. Möge dies auch in Zukunft, selbst in einem neuen Gewand, weiterhin gelten.